Sylvia auf dem Dach

 

Rauchfingrige Stille in den Ritzen der Tapeten

eine nicht dunkelwerdende Nacht

Sylvia würgt singende Sägen

- klingt da was? schwingt da was? -

taucht ihr Haar in Rot

 

Mit Spucke auf der Zunge

dies wildwütige Rosendornennaß

spaziert sie die Dachrinne entlang

- lebt da was? tut es das? -

wartet sie auf ein Wunder

 

Als es nicht kam   nicht jetzt   nicht nie

nie nimmer nicht gekommen war

streift sie Siebenmeilenstiefel von den Füßen

- sind da Augen? ist es das?-

und wirft sie einem Fotografen auf den Kopf

 

Sieben weiße Sprechblasen aus seinem Mund

eine für jede Meile

- hallt da was? schallt da was? -

es sind Sylvias Kleider

die schweben den Stiefeln hinterher

 

Dann winken sieben Mädchen mit brennendem Haar

körperlos in weißen Kleidern

hüpfen sie die Straße hinab

- haben sie Augen? haben sie? -

lächelnd blickt Sylvia ihnen nach

 

Nackt setzt sie sich in die Dachrinne

läßt ihre Beine baumeln

spreizt sieben Zehen an jedem Fuß

erstaunt streicht sie über ihre Gänsehaut





   
       
       
       
       
       
       
 

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